08.12.2015, Teil 2: Bedürfnisse, Anforderungen und Prioritäten von Akteur_innen an wissenschaftlichen Institutionen

13:30 - 15:00 Uhr

In welchen institutionellen Positionen befinden sich Akteur_innen für Familienfreundlichkeit an wissenschaftlichen Institutionen zumeist bzw. wie ist/war ihr Werdegang bis dorthin?

Welche Bedürfnisse und Prioritäten haben Akteur_innen, um familienfreundliche Maßnahmen vorantreiben zu können (z.B. Wertschätzung an der Hochschule, Formalisierung des Arbeitsbereiches und der Vernetzung mit anderen Akteuren und Institutionen)?

 

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Laura Getz's picture

Nach einem spannenden ersten Themenabschnitt geht es nun weiter mit unserer Online-Diskussion "Familienfreundlichkeit und Vereinbarkeit in der Wissenschaft - Vernetzungsstrategien, Herausforderungen und Beispiele aus der Praxis"

Herzlich Willkommen zum Diskussionsthema „Bedürfnisse, Anforderungen und Prioritäten von Akteur_innen an wissenschaftlichen Institutionen“.

Mein Name ist Laura Getz. Ich arbeite im CEWS Center of Excellence Women and Science bei Gesis – Leibniz Institut für Sozialwissenschaften.

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Laura Getz's picture

Kommen wir nun zu unserer nächsten Frage auf der Agenda:

In welchen institutionellen Positionen befinden sich Akteur_innen für Familienfreundlichkeit an wissenschaftlichen Institutionen zumeist?

Welchen beruflichen Werdegang haben Akteur_innen der Familienservicestellen und ähnlicher Einrichtungen an Hochschulen und Forschungseinrichtungen verfolgt? In welchen Bereichen haben Sie gearbeitet? Was bringen sie entsprechend an Know-How und Erfahrungen mit?

schön's picture

Ich habe / und hatte den Eindruck das die Kombination bei uns: Gleichstellung und Leitung der AG Auditierung (Besserung der Familienfreundlichkeit am Arbeitsort) recht häufig vertreten ist. Ansonsten sind wir Gleichstellungsbeauftragte beide studiert. Häufig gibt es als Leitung der AG Auditierung auch PersonalerInnen war mein Eindruck.

Mein beruflicher Werdegang ist relativ unrepräsentativ (Studium der Bildenden Künste mit Abschluß). Gearbeitet lange selbständig als Künstlerin und dann jetzt als Ass. von Geschäftsführung, Institutsleitung etc. Mein persönliches Know-how und Erfahrung ist mehr psychologischer / empathischer Natur

Laura Getz's picture

Vielen Dank für Ihren Beitrag Frau Schön. Gibt es denn aus Ihrer Sicht besondere Bedarfe unter Gleichstellungsakteur_innen was Trainings und Weiterbildungsmaßnahmen oder die Formalisierung des Arbeitsbereiches betrifft?

Laura Getz's picture

Die Frage nach dem besonderen Erfahrungsschatz und Know-How der Akteur_innen von Familienservicestellen und ähnlichen Einrichtungen an Hochschulen und Forschungseinrichtungen zielt darauf ab, die Bedürfnisse der Akteur_innen besser einschätzen und somit neue Maßnahmen zur Verbesserung ihres Arbeitsbereiches diskutieren zu können.

p.schaps@fz-juelich.de's picture

Kurze Vorstellung: Philipp Schaps, Mitarbeiter im Büro für Chancengleichheit im Forschungszentrum Jülich
Kommentar:
Ich sehe im Grunde drei zentrale Positionen für die Themen: 1) Familienservice-Stellen 2) Gleichstellungsbeauftragte 3) Personalabteilungen. Teilweise gibt es Stabsstellen oder forschende Institute o.ä.
Nach meiner Einschätzung kommen die meisten Mitarbeiter/innen in diesen Bereichen aus den Sozialwissenschaften oder der Sozialpädagogik. Recht selten erlebe ich themenspezifische Vorerfahrungen aus Wirtschaftsunternehmen oder ausländischen Institutionen. Die allermeisten haben ihren Erfahrungsschatz im deutschen Wissenschaftssystem aufgebaut.

Laura Getz's picture

Hallo Herr Schaps. Vielen Dank für Ihren Beitrag! Wäre es demnach sinnvoll im Hinblick auf Trainings für Mitarbeitende, Personalentwicklungsstrategien oder die Formalisierung des Arbeitsbereiches für Mitarbeitende nach diesen drei Positionen zu unterscheiden bzw. auf die unterschiedlichen Bedürfnisse der Akteur_innen einzugehen, auch wenn sie oftmals einen ähnlichen wissenschaftlichen Hintergrund haben?

Anke@GESIS's picture

Die Hochschulen haben die Bedeutung des Themas Familienfreundlichkeit meiner Ansicht nach vergleichsweise spät erkannt. Obwohl häufig eine große Zustimmung zu mehr Familienfreundlichkeit besteht, gibt es nur wenige Evaluationen und gesicherte Nachweise der Wirksamkeit von Vereinbarkeitsmaßnahmen bzw. der Maßnahmen welche die Familienfreundlichkeit verbessern sollen, hinsichtlich der Gewinnung und Bindung von wissenschaftlichem Personal. Dass Hochschulen in völlig anderen Rahmenbedingungen arbeiten als global organisierte Unternehmen ist klar. Dennoch halte ich es für nicht adäquat, die Koordination von Familienfreundlichkeitsmaßnahmen über (interne oder externe) befristete Projekte abzuwickeln. Eine langfristig erfolgreiche Familienpolitik setzt auch langfristige (finanzielle) Planung und Steuerung seitens der Hochschulleitung voraus.

p.schaps@fz-juelich.de's picture

Ja und nein, aber eher nein.
Der Austausch untereinander profitiert oder kann profitieren, wenn Aktuer/innen aus verschiedenen Bereichen kommen. Sinnvoll wäre eine Unterscheidung aber mitunter auf der Grenze zwischen Interessenvertretung (Gleichstellungsbeauftragt, Betriebsrat) und Arbeitgebervertretung (Personalabteilung, Stabstelle etc.). Hier gibt es einfach verschiedene Aufträge, wobei auch hier der Austausch und der Perspektivwechsel eher vorteilhaft wäre.

Laura Getz's picture

Vielen Dank.
Der Informationsfluss zwischen Akteur_innen unterschiedlicher Bereiche wäre hier also stellenweise durchaus sinnvoll und ertragreich, um andere Sichtweisen kennenzulernen.

p.schaps@fz-juelich.de's picture

Mein letzter Kommentar bezog sich auf die Frage von Frau Getz, zum obigen Kommentar "Die Hochschulen haben": volle Zustimmung!

Anke@GESIS's picture

Eine bessere Planung bzw. Planbarkeit der Maßnahmen ist die eine Seite der Medaille bei "Anforderungen", die andere besteht aus meiner Sicht in der Qualitätssicherung der eigenen Arbeit, wozu neben der Professionalisierung (auch durch die Beteiligung an beruflichen Netzwerken) auch die Wirksamkeitsüberprüfung und Dokumentation der durchgeführten Maßnahmen zählt. Der Nachweis von Wirksamkeit ist nicht einfach, aber machbar. Da sehe ich Forschungsbedarf sowie weiteren Bedarf nach Austausch unter Leuten aus der Praxis.

Laura Getz's picture

Herzlichen Dank für Ihren Input zur Diskussion.

Wir kommen nun zum Ende unseres Themenblocks und schließen damit auch unsere moderierte Online-Diskussion für heute.

Sie sind natürlich herzlich eingeladen, sich noch weiter in diesem Forum auszutauschen. Wir fassen die Ergebnisse aus unserer Diskussion in einem Bericht zusammen, den wir allen Teilnehmenden zeitnah zur Verfügung stellen werden.

Morgen, am 09.12.2015, werden wir ab 12:00 Uhr unseren nächsten Themenblock „Herausforderungen und Beispiele aus der Praxis“ diskutieren. Wir freuen uns, Sie auch dann wieder zur Diskussion begrüßen zu dürfen!

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2016-Jan-20

3 years 10 months ago
Posted by: Laura Getz
Die Zusammenfassung der Online-Diskussion „Familienfreundlichkeit und Vereinbarkeit in der Wissenschaft – Vernetzungsstrategien, Herausforderungen und Beispiele aus der Praxis“ vom 08. und 09.12.2015 ist nun auf genderportal.eu verfügbar. Sie gelangen unter dem folgenden Link dorthin: http://www.genderportal.eu/resources/zusammenfassung-der-online-diskussion-familienfreundlichkeit-und-...
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2015-Dec-09

4 years 5 days ago
Posted by: Laura Getz
Heute von 12:00 Uhr bis 15:00 Uhr finden Teil 3 und Teil 4 der Online-Diskussion „Familienfreundlichkeit und Vereinbarkeit in der Wissenschaft – Vernetzungsstrategien, Herausforderungen und Beispiele aus der Praxis“ statt unter: http://www.genderportal.eu/group/online-diskussion-familienfreundlichkeit-und-vereinbarkeit-der-wissenschaft-0 Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme!
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2015-Nov-16

4 years 4 weeks ago
Posted by: Laura Getz
12:00 - 13:30 UhrWelchen Stellenwert nimmt die Möglichkeit der Vernetzung mit anderen Familienservicestellen und Akteur_innen ein? Inwiefern optimiert sie die Arbeit?Welche Vernetzungsoptionen, durch welche Medien und Plattformen, gibt es bereits und werden diese bestmöglich genutzt (z.B. sind manche Vernetzungsplattformen nur für Hochschulen, nicht aber für außeruniversitäre...
Comments: 44
4 years 4 weeks ago
Posted by: Laura Getz
13:30 - 15:00 UhrIn welchen institutionellen Positionen befinden sich Akteur_innen für Familienfreundlichkeit an wissenschaftlichen Institutionen zumeist bzw. wie ist/war ihr Werdegang bis dorthin?Welche Bedürfnisse und Prioritäten haben Akteur_innen, um familienfreundliche Maßnahmen vorantreiben zu können (z.B. Wertschätzung an der Hochschule, Formalisierung des Arbeitsbereiches und der...
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4 years 4 weeks ago
Posted by: Laura Getz
Teil 3: 12:00 - 13:30 Uhr...
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